Erleben die angewandten Wissenschaften eine unsichtbare Revolution?

In unseren heutigen Zeiten ist es zweifelsfrei wichtig, in eine gute Ausbildung zu investieren um in der Zukunft gute Chancen auf einen interessanten und guten Job zu haben. Viele Menschen entscheiden sich dabei für eine akademische Ausbildung, mit Bachelor und Master. Je nachdem welche Fächer infrage kommen, besteht die Wahl zwischen Recherche Universitäten, in denen man Vorlesungen und Hausarbeiten hat, oder Universitäten der angewandten Wissenschaften, bei denen der Fokus stärker auf Gruppenarbeit und reellen Aufgaben liegt. Es scheint, als würden die Unis der angewandten Wissenschaften aktuell eine Art Neuerfindung durchmachen, da sie immer stärker von Studenten besucht werden. Dies hängt auch damit zusammen, dass diese Unis eher jene Studienfächer anbieten, mit denen man später in der freien Wirtschaft leichter Arbeit finden kann. Aufgrund ihrer Praxisnähe sind diese Unis prädestiniert darauf, den Studenten eine gute Ausbildung mit echten Arbeitsfällen bieten zu können. Die Angewandten Wissenschaften sind dabei auch noch recht neu auf der akademischen Landkarte und haben tatsächlich erst im 21.Jahrhundert so richtig an Fahrt aufgenommen. Da immer mehr Menschen in die Unis strömen bieten sie gute Möglichkeiten, in einem akademischen Umfeld zu lernen und gleichzeitig das „reale Leben“ zu verstehen. Die Dozenten sind dabei oft nicht immer nur Doktoren und Professoren, die sich in jahrelanger Recherche ihre Titel verdient haben, sondern es sind oft Menschen, die im Alltag auch anderen Berufen nachgehen. Dadurch erfahren die Angewandten Wissenschaften einen echten Hype – Menschen mit Erfahrung aus dem echten Leben lehren jene, die diese Erfahrung suchen.
Was die Unis zusätzlich noch interessanter macht sind ihre vielfältigen Angebote, auch jenseits der Vorlesungsräume. Hier werden Möglichkeiten geschaffen, um das Erlernte auch schnell anzuwenden, um es nachhaltiger zu festigen. Universitäten mit den Angewandten Wissenschaften berufen sich nicht auf eine jahrzehntelange Tradition, sondern gehen eher unkompliziert an die Dinge heran. Zudem sind sie leichter in ihren Aufnahmeprozessen und bieten daher attraktive Alternativen für jene Menschen, die kein Interesse an Recherche Universitäten haben. Vielleicht der größte Pluspunkt bei den Unis mit angewandten Wissenschaften aber ist ihre Flexibilität. Man kann sich den eigenen Stundenplan so anordnen, dass man auch nebenbei noch arbeiten gehen kann, also dual zum Studium vielleicht schon das erlernte Wissen direkt in die Praxis anwenden kann. Viele Jobausschreibungen haben ja die Vorgabe, dass die Kandidaten bereits Praxiserfahrung für den Job mitbringen sollten, um überhaupt eine Chance zu bekommen. Dies ist durch das Lehrmodell bei diesen Unis eher gegeben als bei den traditionellen Universitäten. Man kann daher durchaus behaupten, dass sich die Universitäten mit den Angewandten Wissenschaften in den vergangenen Jahren von einer grauen Maus zu einer ernstzunehmenden Alternative in der akademischen Welt gemausert hat. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird und ob die unsichtbare Revolution eines Tages auch reell sichtbar sein wird.